
Kanada und Niederlande sagen Ukraine weitere Militärhilfe zu - Luftangriffe trafen 30 Prozent der Energieinfrastruktur
Kanada und die Niederlande haben der Ukraine weitere Militärhilfe zugesagt. Die kanadische Verteidigungsministerin Anita Anand sprach am Mittwoch in Brüssel von einem Paket im Wert von etwa 51,5 Millionen Euro. Dies solle unter anderem aus Winterausrüstung wie Handschuhen, Stiefeln, Parkas und Hosen bestehen, sagte die Ministerin am Rande eines Treffens der sogenannten internationalen Ukraine-Kontaktgruppe, über die Waffenlieferungen an das Land koordiniert werden. Zudem sollten der Ukraine im Krieg gegen Russland Kameras für Drohnen sowie Kommunikationsdienste zur Verfügung gestellt werden.
Die Niederlande kündigten unterdessen die Lieferung weiterer Luftabwehrraketen an die Ukraine an. Angesichts der jüngsten Raketenangriffe Russlands auf ukrainische Städte müsse das Land sich weiterhin verteidigen können, sagte Verteidigungsministerin Kajsa Ollongren in Brüssel. "Das einzige, was Putin hiermit erreicht, ist, dass wir noch mehr liefern." Einzelheiten zu der Waffenhilfe, etwa die Zahl der Raketen, wollte die Ministerin nicht nennen. Es würden Geschosse im Wert von 15 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Die Niederlande erwägen auch einen Beitrag für die Winterausrüstung der ukrainischen Armee.
Die schweren russischen Luftangriffe haben nach Angaben aus Kiew seit Montag rund 30 Prozent der ukrainischen Energieinfrastruktur getroffen. Es sei das erste Mal seit Beginn des Krieges Ende Februar, dass Russland die Energieinfrastruktur "auf dramatische Weise ins Visier genommen" habe, sagte der ukrainische Energieminister Herman Haluschtschenko dem US-Sender CNN am Dienstag.
Als einen Grund für die Angriffe sah Haluschtschenko, dass ukrainische Stromexporte den europäischen Ländern helfen würden, weniger russisches Gas und Kohle nutzen zu müssen. Das ukrainische Energiesystem sei "immer noch stabil". Er forderte andere Länder auf, "Luftabwehrsysteme bereitzustellen, die uns wirklich helfen könnten, unsere Infrastruktur zu schützen".