Jahrzehntelang habe Russland versucht, gute Beziehungen zur Ukraine aufzubauen. "Grundsätzlich geändert hat sich die Situation 2014, als mit Hilfe des Westens ein Staatsumsturz stattfand", sagte der 70-Jährige. Nach dem Sturz und der Flucht des ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch annektierte Russland die Schwarzmeer-Halbinsel Krim und unterstützte die Separatisten im ostukrainischen Donbass-Gebiet. Putin behauptete einmal mehr vor den fragenden und nickenden Arbeitern, acht Jahre lang eine friedliche Lösung des Donbass-Konflikts angestrebt zu haben. Russland sei aber "an der Nase" herumgeführt worden. Er rief die Bevölkerung bei dem vom Staatsfernsehen gefilmten Auftritt zum Zusammenhalt auf, um den Sieg zu erringen. Mehr als ein Jahr nach Beginn der russischen Invasion ist nicht in Sicht, dass das Moskauer Militär seine Kriegsziele erreicht. Putin sagte dennoch, dass der Krieg mit einem "Sieg und Erfolg" für Russland enden werde.
Zu den westlichen Sanktionen meinte er auf Nachfrage der Werktätigen, dass sich die Hoffnung des Westens - der Zusammenbruch der russischen Wirtschaft - nicht erfüllt habe. Sie halte dem Druck Stand. Vielmehr habe sich die Lage für das Land unerwartet gut entwickelt. Im Bereich der Wirtschaft und Finanzen sei Russland "souveräner und selbstständiger" geworden, sagte Putin. Für die westlichen Unternehmen, die gegangen sind, habe sich rasch Ersatz gefunden. Zugleich räumte er ein, dass es weiter Gefahren durch die Sanktionen gebe.
Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu ordnete unterdessen bei einem Besuch beim großen russischen Waffenhersteller Tactical Missiles Corporation die Verdopplung der Produktion von präzisionsgelenkten Waffen an, teilte das russische Verteidigungsministerium in einer Erklärung am Dienstag mit. "Der russische Verteidigungsminister Sergei Shoigu stellte fest, dass die Tactical Missiles Corporation den staatlichen Verteidigungsbefehl angemessen erfüllt. Aber selbst unter Berücksichtigung der Produktionssteigerung in diesem Jahr befahl er, die Produktion von hochpräzisen Waffen zu verdoppeln", heißt es in der Erklärung.
Das Unternehmen stehe vor einer "sehr ernsten Aufgabe", sagte Shoigu. "Für die Umsetzung verfügt das Unternehmen über die notwendigen Reserven: hochqualifizierte Fachkräfte und Produktionsanlagen. Daher ist die Aufgabe schwierig, aber machbar". Er fügte hinzu, dass einige der neuesten Waffen, die das Unternehmen heute präsentiert, "nicht nur dem heutigen Feind fehlen, sondern auch den Streitkräften anderer Länder".
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