Hintergrund sind laut Gewerkschaft die bislang erfolglosen Tarifverhandlungen für eine angemessene Bezahlung der Luftsicherheitsbeschäftigten für Arbeiten zu ungünstigen Uhrzeiten. Verdi steht nach eigenen Angaben seit Jahren mit dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) in Verhandlungen. Aber auch örtliche Verhandlungen für Beschäftigte der Bodenverkehrsdienste sowie die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes bei Bund und Kommunen spielten eine Rolle, hieß es.
Verdi steht nach eigenen Angaben seit Jahren mit dem BDLS in Verhandlungen. Die Zuschläge seien seit 2006 nicht mehr verbessert worden, seit 2013 werde über eine Erhöhung gesprochen, betonte Verdi. Zuletzt sei Anfang 2019 vereinbart worden, die Verhandlungen dazu fortzusetzen. Sie wurden laut Verdi im Januar aufgenommen und im Februar 2020 fortgesetzt. Wegen der Pandemie seien die Gespräche vom BDLS nicht weitergeführt worden.
Erst durch eine erneute Verabredung in der Entgelttarifrunde 2022 war der BDLS laut Verdi bereit, über die Forderungen zu verhandeln. Die Arbeitgeber hätten bisher kein Angebot vorgelegt. Vom Bundesverband lag zunächst keine Stellungnahme vor.
Am Hamburger Flughafen hat Verdi rund 2000 Beschäftigte mit Beginn der Nachtschicht am Sonntag gegen 22.00 Uhr zu einem 24-stündigen Warnstreik aufgerufen. Bereits Mitte Februar hatte es an dem Airport einen 24-stündigen Warnstreik gegeben. Davon waren nach Angaben des Flughafens 253 Flüge und etwa 32.000 Passagiere betroffen.
Am Hauptstadtflughafen BER soll der Warnstreik Montagfrüh um 3.30 Uhr beginnen und um 24.00 Uhr enden. Verdi rechnet mit rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. An den Flughäfen in Hannover und Bremen sei davon auszugehen, dass am Streiktag Passagierflugzeuge weder starten noch landen könnten.
Am Freitag war es am Flughafen München zu langen Warteschlangen gekommen wegen Warnstreiks im öffentlichen Dienst. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gepäckkontrolle hatten für fünf Stunden die Arbeit niedergelegt. Es wurden aber nur wenige Flüge annulliert.
Die Gewerkschaft fordert für die bundesweit rund 2,5 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen 10,5 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 500 Euro mehr im Monat. Die Arbeitgeberseite bietet bislang fünf Prozent mehr Geld in zwei Schritten und Einmalzahlungen in Höhe von 2500 Euro. Die dritte Verhandlungsrunde ist vom 27. bis 29. März in Potsdam verabredet.
Bereits im vergangenen Januar war es wegen Streiks am BER zu erheblichen Einschränkungen gekommen. Damals waren einen ganzen Tag lang zentrale Arbeitsbereiche bestreikt worden und der Flugbetrieb war den ganzen Tag über vollständig eingestellt worden. Rund 35.000 Passagiere waren davon betroffen, dass etwa 300 Starts und Landungen gestrichen wurden.
Die Gewerkschaft Verdi hatte damals die Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste, der Flughafengesellschaft und der Luftsicherheit im Rahmen der laufenden Tarifrunde zum Warnstreik aufgerufen. Rund 1500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beteiligten sich an einer Kundgebung auf dem Gelände.
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