In einem am Freitag per Twitter veröffentlichten Rücktrittsschreiben betonte Raab, er akzeptiere das Ergebnis des Berichts, weise die Mobbingvorwürfe aber weiterhin zurück. Der Bericht war am Donnerstag an Sunak überreicht worden. Dessen Inhalt war zunächst aber nicht öffentlich bekannt geworden. Von mehreren Vorwürfen seien nur zwei als berechtigt anerkannt worden, schrieb Raab. Der Gutachter habe jedoch festgestellt, "dass ich nicht ein einziges Mal innerhalb von viereinhalb Jahren irgendjemand beleidigt oder angeschrien habe, noch mit Gegenständen geworfen oder anderweitig körperlich eingeschüchtert oder absichtlich jemanden gedemütigt habe", schrieb Raab.
In seinem Rücktrittsschreiben sagte Raab, die Schlussfolgerungen eines Berichts über sein Verhalten stellten einen "gefährlichen Präzedenzfall" dar, betonte jedoch, er wolle "sein Wort halten", nachdem er sich verpflichtet hatte, zu kündigen, wenn gegen ihn entschieden würde. Welche Vorwürfe bestätigt wurden, teilte Raab nicht mit. Er halte die Entscheidung aber für fehlerhaft. Mobbing so niedrigschwellig zu definieren, schaffe zudem einen gefährlichen Präzedenzfall, schrieb er. Er entschuldige sich dennoch für "jeglichen unbeabsichtigten Stress oder Anstoß, die ich durch Tempo, Standards oder Herausforderungen in das Justizministerium gebracht habe", so der Ex-Minister weiter.
Raabs erzwungener Rücktritt aus dem Ministeramt wegen Mobbingvorwürfen ist der zweite, seit Sunak am 25. Oktober Premierminister wurde. Anfang November trat Gavin Williamson als Kabinettsminister zurück, nachdem er einem hochrangigen Beamten gesagt habe, er solle sich "die Kehle durchschneiden", während er Verteidigungsminister war.
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