Kristersson sagte, dass die endgültige Entscheidung in den Händen der Türkei liege und dass Schweden bereit sei, mit einer Situation fertig zu werden, in der Finnland ohne Schweden der NATO beitrete. Er wiederholte, was NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg zuvor gesagt hatte, dass es nur eine Verzögerung sein würde. "Im Grunde geht es hier nicht darum, ob Schweden NATO-Mitglied wird, sondern wann Schweden NATO-Mitglied wird", sagte Kristersson gegenüber Reportern.
Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine hatten sich Schweden und Finnland im vergangenen Jahr dazu entschlossen, nach langer Zeit der militärischen Bündnisfreiheit die Aufnahme in die Nato zu beantragen. 28 der 30 derzeitigen Bündnismitglieder haben die Beitritte schon vor langem ratifiziert, nur Ungarn und die Türkei fehlen noch. Die Türkei blockiert den Doppelbeitritt seit Monaten: Ihre Einwände richten sich vor allem gegen Schweden, dem sie mangelnden Einsatz gegen Terrororganisationen wie die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK vorwirft.
Schweden und Finnland haben immer wieder betont, dass sie zeitgleich und "Hand in Hand" in die Nato aufgenommen werden wollen. Wegen der türkischen Blockade steht jedoch seit einiger Zeit im Raum, dass Finnland möglicherweise vor Schweden beitreten könnte. Schweden sei darauf vorbereitet, dass dies geschehen könnte, sagte Kristersson auf der Pressekonferenz mit Oscar Stenström, dem schwedischen Chefunterhändler in den Nato-Gesprächen mit der Türkei. Kristersson reist am Mittwoch für Gespräche mit Kanzler Olaf Scholz nach Berlin.
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