Doch die EU stellte sieben Bedingungen – darunter eine Justizreform und die Eindämmung der endemischen Korruption –, um Beitrittsverhandlungen aufzunehmen. Die Ukraine hat die Aufnahme von Gesprächen in diesem Jahr gefordert. Der Bericht der Exekutivkommission der Europäischen Kommission ist ein Meilenstein in diesem Prozess, den die Befürworter des Strebens der Ukraine nach einem schnellen EU-Beitritt hoffen werden und der im Dezember in einer Entscheidung der 27 Mitgliedsländer der Union gipfeln wird, die Gespräche mit Kiew aufzunehmen.
Zwei hochrangige EU-Beamte sagten, die Ukraine habe inzwischen zwei der Kriterien erfüllt. Einer der Beamten sagte, diese beträfen die Justizreform und das Medienrecht und fügte hinzu, dass der Schwerpunkt des Berichts auf den positiven Aspekten liege. "Es gibt Fortschritte. Der Bericht wird mäßig positiv ausfallen. Es geht nicht darum, die Realität zu beschönigen, sondern darum, Fortschritte anzuerkennen, da sind zum Beispiel prominente Antikorruptionsfälle zu nennen."
Die Ukraine hat in den letzten Monaten mehrere Fälle von Korruption in großer Öffentlichkeit verfolgt, darunter die Inhaftierung des Leiters ihres Obersten Gerichtshofs wegen einer mutmaßlichen Bestechung in Höhe von 2,4 Millionen Euro. Zu den weiteren Kriterien gehören neben stärkeren Bemühungen zur Korruptionsbekämpfung auch Reformen des Verfassungsgerichts und der Strafverfolgung der Ukraine, Maßnahmen zur Bekämpfung der Geldwäsche sowie Gesetze zur Eindämmung von Oligarchen und zum Schutz der Rechte nationaler Minderheiten.
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