Gregori geht nicht davon aus, dass die Zahlen zurückgehen werden; im Gegenteil, sie betont: "Die Welt um uns herum wird immer instabiler. Der Schutzbedarf von Flüchtlingen wird 2024 und später daher nicht nachlassen, sich zum Teil sogar erhöhen." Sie rechnet damit, dass auch 2024 ein "herausforderndes Jahr" werde.
Laut Informationen der Funke-Zeitungen, die sich auf Daten der EU-Asylagentur (EUAA) beziehen, wurden in der Europäischen Union bis Ende Oktober etwa 937.000 Asylanträge registriert. Dies stellt einen Anstieg um 22 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres dar.
Ebenso vermeldet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) bis Ende November 325.801 Asylanträge in Deutschland, wie die Funke-Zeitungen weiter berichten. Dies bedeutet einen Zuwachs um 52 Prozent im Vergleich zu den ersten elf Monaten des Vorjahres.
Laut der EU‑Asylagentur sei Deutschland nach wie vor Hauptziel für Asylsuchende in der Europäischen Union. Im Oktober wurden laut EUAA-Angaben 27 Prozent aller Asylanträge in Deutschland gestellt, mehr als in Frankreich und Italien zusammen. Die beiden Ländern haben die zweit- und dritthöchsten Antragszahlen.
Die Anzahl der Menschen, die aus der Ukraine fliehen, hat aufgrund des russischen Angriffskriegs ebenfalls zugenommen. Gregori zufolge seien Ende Oktober etwa 4,16 Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer in der EU registriert und erhielten vorübergehenden Schutz. Dies bedeutete einen Anstieg um 320.000 im Vergleich zu Januar. Deutschland führte Ende Oktober mit etwa 1,17 Millionen ukrainischen Geflüchtete die Liste der aufnehmenden Länder in der EU an, gefolgt von Polen mit 957.000 Ukrainerinnen und Ukrainern.