Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Finnland am Dienstag zur Aufnahme in die Nato gratuliert. In seiner allabendlichen Videoansprache nannte er den Schritt "ein historisches Ereignis für unsere Region". "Das Bündnis wird an seiner Ostflanke stärker", sagte er. "Ich beglückwünsche das gesamte finnische Volk und den Präsidenten persönlich." Die Nato-Mitgliedschaft sei eine "zuverlässige Sicherheitsgarantie".
Die russische Aggression beweise eindeutig, dass nur kollektive Garantien, nur präventive Garantien verlässlich sein könnten. "Darüber haben wir immer gesprochen", sagte Selenskyj. "Wir haben auch über Geschwindigkeit gesprochen - die Geschwindigkeit von Sicherheitsentscheidungen ist wichtig, und jetzt sehen wir, wie schnell die Verfahren sein können."
Bundeskanzler Olaf Scholz rechnet mit einer baldigen Aufnahme Schwedens in das Verteidigungsbündnis. Die Bundesregierung gehe weiter davon aus, dass neben Finnland auch Schweden beim Nato-Gipfel im Juli als neues Mitglied teilnehmen werde, sagte der SPD-Politiker am Dienstag laut einer Mitteilung und versprach: "Schweden hat auf diesem Weg weiter unsere volle Solidarität. Finnlands Beitritt ist ein historischer Schritt, der die Allianz im Ganzen stärkt und mehr Sicherheit in und für Europa bedeutet".
Finnland und Schweden hatten sich vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine entschlossen, ihre traditionelle Bündnisfreiheit aufzugeben und der Nato beizutreten. Finnland erhielt nach langem Hin und Her die nötige Zustimmung aller 30 Nato-Staaten, während Schweden noch auf das Ja der Türkei und Ungarns wartet. Finnland hat eine 1340 Kilometer lange Grenze zu Russland und gilt als militärisch starker Partner.
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