Im Gegenzug dürfe es aber zu keinerlei Kürzungen der EU-Förderungen für Landwirte und den sogenannten Kohäsionsfonds zur Verringerung von Unterschieden des Lebensstandards in ärmeren und reicheren EU-Ländern kommen. Die Slowakei gehört zu den ärmeren EU-Ländern und profitiert daher vom Kohäsionsfonds.
Als weitere Bedingung verlangte Fico, es müsse Garantien dafür geben, dass die EU-Zahlungen an die Ukraine "nicht veruntreut werden", da die Ukraine "zu den korruptesten Ländern der Welt" gehöre. Außerdem müsse ein Teil der zusätzlichen EU-Gelder auch slowakischen Firmen zugutekommen, die sich am Wiederaufbau der Ukraine beteiligten. Fico wird von Gegnern als "pro-russisch" kritisiert, weil er weitere slowakische Waffenlieferungen an die Ukraine ablehnt.
Die EU-Exekutive hat vorgeschlagen, dass die 27 Länder der Union im Rahmen einer Überarbeitung ihres gemeinsamen Haushalts mehr Mittel bereitstellen, um bis 2027 zusätzliche Ausgaben zu finanzieren, einschließlich der Verlängerung neuer Hilfen in Höhe von 50 Milliarden Euro für Kiew.
"Ich habe den Eindruck, dass wir entscheiden werden, was für die Finanzstabilität der Ukraine notwendig ist", sagte Bundeskanzler Olaf Scholz. "Und ich glaube nicht, dass die teilweise unterschiedlichen konkreten Einschätzungen daran etwas ändern werden.“
Die Gesamtunterstützung der EU für die Ukraine belief sich seit dem Einmarsch Russlands im Februar 2022 auf fast 83 Milliarden Euro, teilte die in Brüssel ansässige Exekutive der Europäischen Kommission diese Woche mit. "Die Europäische Union wird der Ukraine und ihrem Volk weiterhin starke finanzielle, wirtschaftliche, humanitäre, militärische und diplomatische Unterstützung bieten, solange es nötig ist", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der EU-Staats- und Regierungschefs.
Unmittelbar nach seinem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sagte der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban jedoch am Freitag, dass die Strategie der EU, Geld und Militärhilfe an die Ukraine zu schicken, gescheitert sei. "Die Ukrainer werden auf dem Schlachtfeld nicht gewinnen", sagte er.