"Die Europäer müssen einen Plan A mit Amerika und einen Plan B ohne Amerika haben, und zwar sehr schnell", sagte der Unions-Fraktionschef weiter. Wer Frieden wolle, müsse zum Krieg bereit sein. Wenn die Bundesregierung nach dem Verfassungsgerichtsurteil zum Bundeshaushalt "200 Stunden Krisensitzung" brauche, um "geradezu läppische und dann immer noch umstrittene Entscheidungen" zu treffen, stelle er sich "die Frage: Haben die eigentlich verstanden, was da zurzeit auf der Welt passiert?". Merz fügte hinzu: "Für mich hat das etwas Schlafwandlerisches."
Bereits im Jahr 2020 sagte Donald Trump der ehemaligen Bundesverteidigungsministerin und jetzigen Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, dass die USA "niemals zu Hilfe kommen" würden, wenn Europa angegriffen würde, und weiter: "Die Nato ist tot". Mehrere Nachrichtenagenturen berichten, der Austausch zwischen Trump und Ursula von der Leyen beim Weltwirtschaftsforum in Davos im Jahr 2020 sei letzte Woche Dienstag in Brüssel von Thierry Breton beschrieben worden, einem französischen EU-Kommissar, der für den Binnenmarkt und unter anderem für Verteidigung zuständig ist.
Laut der Jerusalem Post fügte Trump hinzu: "Und übrigens, ihr schuldet mir 400 Milliarden Dollar, weil ihr, ihr Deutschen, nicht bezahlt habt, was ihr für die Verteidigung zahlen musstet." Als Verteidigungsministerin gehörte von der Leyen zu den europäischen Ministern, die Trump in der Finanzierungsfrage zurückwiesen.
Aber Drohungen, aus der Nato auszutreten, und Forderungen, dass die europäischen Nationen ihre Beiträge dazu erhöhen sollen, waren ebenso ein Merkmal von Trumps Präsidentschaft wie die Besorgnis über sein undurchsichtiges Verhältnis zu Wladimir Putin. Trump behauptet, den russischen Präsidenten zu verstehen, der seiner Meinung nach mit dem Einmarsch in die Ukraine gewartet habe, bis Trump nicht mehr im Amt sei. Berichten zufolge sagte Breton in Brüssel, Trumps Äußerungen im Jahr 2020 seien "ein großer Weckruf" und warnte: "Er könnte zurückkommen."