Zudem empfiehlt Borrell, längerfristige Finanzierungszusagen für Militärhilfen zu machen und mit EU-Geld auch die Lieferung moderner Kampfjets und Raketen zu unterstützen. Konkret will er von 2024 bis Ende 2027 jährlich fünf Milliarden Euro mobilisieren. Das geht aus einem an die Mitgliedstaaten versandten Vorschlagspapier hervor.
Weiteres Thema des Verteidigungsministertreffens soll die Lage im Niger nach dem Militärputsch sein. Die EU hatte die Sicherheitskräfte in dem westafrikanischen Land bislang unter anderem mit Geld und durch Ausbildungseinsätze im Kampf gegen Terrorgruppen unterstützt. Die Bundeswehr unterhält zudem einen Lufttransportstützpunkt in der Hauptstadt Niamey. Er war in der Vergangenheit zentrales Drehkreuz für die deutschen Soldaten in der Region.
Für die Bundesregierung nimmt Staatssekretärin Siemtje Möller an den Beratungen teil, da Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) bei der Regierungsklausur in Meseberg ist. Formelle Beschlüsse können allerdings ohnehin nicht getroffen werden, da es sich nur um ein informelles Treffen im Rahmen der derzeitigen spanischen EU-Ratspräsidentschaft handelt. Im Anschluss an die Beratungen der Verteidigungsminister kommen am Mittwochabend und am Donnerstag auch die Außenminister der EU-Staaten zu Gesprächen in Toledo zusammen. Sie werden aus außenpolitischer Sicht über die Unterstützung der Ukraine und die Lage im Niger beraten.
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