Schweden hatte ebenso wie Finnland nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 seine jahrzehntelange Bündnisfreiheit aufgegeben und den Beitritt zur Nato beantragt. Die Türkei stimmte zwar ebenso wie alle anderen Nato-Mitglieder zu, warf den Beitrittskandidaten aber vor, nicht hart genug gegen kurdische Extremisten vorzugehen und verzögerte die Ratifizierung des Beitritts. Während Ankara dem Beitritt Finnlands in diesem Frühjahr schließlich zustimmte, machte Präsident Recep Tayyip Erdogan weiter Vorbehalte gegen Schweden geltend.
Zuletzt stellte er im Dezember eine Verbindung zwischen dem Wunsch der Türkei nach Lieferung von 40 US-Kampfflugzeugen vom Typ F-16 und dem Nato-Beitritt Schwedens her. Außerdem verlangte er, dass Kanada und andere Nato-Partner ihre Waffenembargos gegen die Türkei aufheben. Die US-Regierung unterstützt zwar den Wunsch Erdogans nach Flugzeuglieferungen, doch im Kongress gibt es starken Widerstand dagegen.
Auch Ungarn verzögert den Nato-Beitritt Schwedens. Die Regierung in Budapest hat Schweden „eklatante Lügen“ über den Zustand der Demokratie in ihrem Land vorgeworfen, aber keine konkreten Bedingungen für die Aufnahme Schwedens in die Nato genannt. Kritiker vermuten, dass sich Ministerpräsident Viktor Orban am Kurs der Türkei ausrichtet.
Die Verzögerungen haben andere NATO-Bündnispartner frustriert, die den Beitritt Schwedens und Finnlands schnell ratifiziert hatten.