Sie sollten über den US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Deutschland an die Ukraine gehen. Damals kam dies nicht zustande. Die USA und die Nato mahnten lange zur Zurückhaltung. Offiziell wurden bisher keine Flieger geliefert - nur Ersatzteile für MiG-29 kamen aus Deutschland. Unbestätigten Medienberichten zufolge soll Nordmazedonien vier SU-25-Jets an Kiew abgegeben haben. Neben Polen ist auch die Slowakei zur Lieferung von MiG-29-Jets bereit.
Duda sagte, die polnische Luftwaffe verfüge über etwa ein Dutzend MiG-29, die Anfang der 1990er Jahre aus den Beständen der DDR übernommen worden seien. Die an die Ukraine abgegebenen Maschinen sollen durch moderne Kampfjets ersetzt werden, die Polen in Südkorea und den USA ordert. Die Debatte darüber, ob das Nicht-NATO-Land Ukraine mit Kampfflugzeugen versorgt werden soll, wurde vor über einem Jahr begonnen, aber die NATO war vorsichtig, den Krieg eskalieren zu lassen. Duda gab dies während einer gemeinsamen Pressekonferenz in Warschau mit dem tschechischen Präsidenten Petr Pavel bekannt. Duda sagte, die polnische Luftwaffe werde die Flugzeuge, die sie der Ukraine gibt, durch in Südkorea hergestellte FA-50-Jäger und in Amerika hergestellte F-35 ersetzen.
Polen war auch das erste NATO-Land, das im vergangenen Monat in Deutschland hergestellte Leopard-2-Panzer an die Ukraine übergab. Polen ist ein wichtiger Verbündeter in der Ukraine-Krise. Es beherbergt Tausende amerikanischer Truppen und nimmt mehr Menschen auf, die vor dem Krieg in der Ukraine fliehen als jede andere Nation, inmitten der größten europäischen Flüchtlingskrise seit Jahrzehnten. Polend leidet seit Jahrhunderten unter Invasionen und Besetzungen durch Russland und fürchtet Russland immer noch, obwohl es Mitglied der NATO ist.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte in der Nacht gesagt, Waffenlieferungen und andere Hilfe "sind jetzt besonders wichtig, wo man spürt, dass die russische Aggression sich dem Moment nähert, wo sie zerbrechen kann". Dank westlicher Hilfe stehe Russlands Angriff kurz vor dem Scheitern. Es sei aber ständiger Druck auf Russland nötig. Im sogenannten Ramstein-Format zur Koordinierung der Waffenlieferungen sei am Mittwoch die Abgabe von Munition und Flugabwehrmitteln beschlossen worden, berichtete er.
Bundeskanzler Scholz sagte im Bundestag, gemeinsam mit den europäischen Partnern werde Deutschland dafür sorgen, dass die Ukraine Waffen und Ausrüstung erhalte, um durchzuhalten und sich zu verteidigen. "Ganz besonders wichtig ist, die Ukraine rasch mit der nötigen Munition zu versorgen", sagte der SPD-Politiker. Die Lieferungen werden Thema beim EU-Gipfel nächste Woche. Der Rüstungskonzern Rheinmetall kündigte an, seinen neuen Kampfpanzer "Panther" binnen 15 Monaten zur Serienreife zu bringen und eine Panzerfabrik in der Ukraine aufzubauen.
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