Nach Informationen der "Financial Times" soll die Schweizer Bank UBS an der teilweisen oder kompletten Übernahme der Credit Suisse interessiert sein. Dies sei auch der Wunsch der Schweizer Aufsichtsbehörden. Die Banken lehnten jeden Kommentar ab. Für Notenbank, Finanzaufsicht und Regierung geht es auch darum, eine größere Bankenkrise zu verhindern. Die Regierung könne Notfallmaßnahmen ergreifen, um den Prozess eines Zusammengehens von UBS und Credit Suisse zu beschleunigen, so die "Financial Times". Etwa könne sie die eigentlich nötige Frist von sechs Wochen für die Konsultation der Aktionäre bei einer Übernahme verkürzen.
Laut von Reuters zitierten Quellen soll UBS die Schweizer Regierung gebeten haben, Kosten in Höhe von rund 6 Mrd. USD (4,5 Mrd. Euro) zu übernehmen, wenn sie die Credit Suisse kaufen würde. Die Credit Suisse war nach Skandalen und Misswirtschaft bereits angeschlagen, als sie Anfang der Woche nach dem Zusammenbruch des US-Geldinstituts Silicon Valley Bank (SVB) in einen Abwärtsstrudel geriet. Sie erhielt eine Kreditzusage der schweizerischen Nationalbank in Höhe von 50 Milliarden Franken (knapp 51 Mrd Euro), konnte den Abwärtstrend des Aktienkurses aber nur vorübergehend stoppen. Die 1856 gegründete Credit Suisse war in den letzten Jahren mit einer Reihe von Skandalen konfrontiert, darunter Geldwäscherei-Vorwürfe.
Die Bank meldete im Jahr 2022 – dem schlimmsten Jahr seit der Finanzkrise von 2008 – einen Verlust von 7,3 Milliarden Schweizer Franken (7,4 Milliarden Euro) und warnte davor, dass sie nicht vor 2024 profitabel sein werde. UBS machte jedoch 2022 einen Gewinn von 7,6 Milliarden Dollar.
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