Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Auch ist bisher nicht völlig klar, wofür die Partei stehen soll. Wagenknecht hat sich als scharfe Kritikerin der Ukraine-Politik der Bundesregierung und der Energiesanktionen gegen Russland positioniert. Sie ist für den Import von billigem Erdgas und gegen allzu strikte Klimaschutzpolitik. Zudem plädiert sie für eine Begrenzung der Migration. Die Grünen hat sie wiederholt als die gefährlichste Partei bezeichnet.
Die Politikerin will am Montag mit mehreren Mitstreitern in der Bundespressekonferenz das "Bündnis Sahra Wagenknecht" präsentieren. Zunächst soll ein Verein dieses Namens offiziell vorgestellt werden. Er gilt als erster Schritt zur Gründung der eigenen Partei. Wagenknecht war über Jahrzehnte einer der profiliertesten Köpfe der Linken. In wichtigen Punkten wie der Migrations- und Klimapolitik hat sie sich aber mit der Parteispitze inhaltlich überworfen. Gegen sie läuft ein Parteiausschlussverfahren.
Die Linke in Mecklenburg-Vorpommern hat mit scharfer Kritik und klaren Ansagen auf die offenbar bevorstehende Partei-Neugründung durch die Linke-Politikerin Sahra Wagenknecht reagiert. "Die Linke ist und bleibt die richtige Adresse für alle, denen soziale Gerechtigkeit, Frieden und Solidarität für alle am Herzen liegen", heißt es in einer am Samstag in Schwerin verbreiteten Erklärung des Landesvorstandes. Die von der Nordost-Linken gestellten Abgeordneten in Bundestag und Landtag und die kommunalen Mandatsträger blieben stabile Stützen dieser sozialen Politik.
Eine linke Partei müsse Menschen solidarisch zusammenführen und dürfe sie nicht gegeneinander ausspielen. "Eine Abspaltung ist unverantwortlich in einer gesellschaftlichen Situation, die eine starke Linke umso mehr erfordert. Wer sie aus egoistischen Motiven schwächt, wird bald feststellen, dass diese Motive keine Basis für den dauerhaften Erfolg einer Partei sind", richtet die Spitze der Landespartei als Botschaft an Wagenknecht.