Im Entwurf für das Grundsatzprogramm, den die CDU am Montag vorgestellt hatten, erkenne er eine Art "Sehnsucht nach vorgestern", sagte Klingbeil weiter: "Ich glaube, dass die aktuelle CDU-Führung vor allem sich selbst therapiert und ihr Verhältnis zu Angela Merkel aufarbeitet."
Klingbeil kritisierte vor allem den Satz "Muslime, die unsere Werte teilen, gehören zu Deutschland". Es handele sich hierbei um eine rhetorische Ausgrenzung einer ganzen Bevölkerungsgruppe. "Diese Art der Vorverurteilung von Menschen hätte es in der Merkel-CDU nicht gegeben. Das ist eine ideologische Kehrtwende, die Merz hier vornimmt", urteilte der SPD-Politiker.
2023 sei ein Jahr mit "wahnsinnig vielen Krisen" gewesen, bilanzierte Klingbeil. Vieles sei nicht vorhersehbar gewesen. "Trotzdem würde ich sagen, dass es uns am Ende gelungen ist, vernünftig auf diese Krisen zu reagieren", sagte der SPD-Chef. Er gestand aber auch ein, dass es innerhalb der Ampel-Regierung Auseinandersetzungen gegeben habe, "die nicht optimal gelaufen sind". "Das sind Dinge, die im kommenden Jahr in der Regierung besser laufen müssen." Dann würden auch die Umfragen für die Ampel wieder besser.